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So bewerten Google’s Prüfer Webseiten

Google Quality Rater

Lange Zeit war es ein gut gehütetes Geheimnis, doch vor ein paar Wochen flutschte das Dokument über verschlungene Pfade in die Hand einiger SEO-Freaks. Szenekundige konnten etwas auf sich halten, wenn es ihnen gelang ebenfalls ein (virtuelles) Exemplar zu ergattern. Die Rede ist von Googles „General Guidelines“ – also das Handbuch der Messkriterien für qualitätsvolle Webseiten. An sich ist es ausschließlich für Google-Mitarbeiter, die sogenannten „Quality Ranker“, also die menschlichen Kontrolleure von Webseiten gedacht gewesen, durch ein Leck ist es allerdings nach Außen gelangt. 161 Seiten stark, in 8 Kapitel geteilt enthält es jene Qualitätskriterien, die Webseiten einzuhalten haben um längerfristig gute Plazierungen in den Suchergebnissen von Google bekommen, bzw. behalten zu können.

Guidelines für Google-Bewerter

Die Existenz eines solchen Dokuments war lange bekannt, Details allerdings konnten nur erahnt werden. Nachdem sich das Dokument innerhalb der SEO-Szene recht schnell verbreitete, ist Google nun in die Offensive gegangen und hat die Qualitäts- und Ranking-Richtlinien selbst offiziell veröffentlicht.

Die Welt steht noch und auch das Internet ist noch so wie es gerade noch war ;o)

Vielleicht auch deshalb weil der Mut dann nicht ganz so weit ging, denn Google hat nur eine 43 Seiten starke verkürzte Fassung herausgegeben. Diese verschweigt einige knifflige Details und spezielle Anordnungen ebenso wie aussagekräftige Beispiele für Beurteilungen im Zweifelsfall.

Bedeutet: sensationelle Informationen enthält das freigegebene Dokument nicht, im Gegenteil, vieles was da zu lesen ist, kann eins zu eins den offiziellen Google-Richtlinien für Webmaster im hauseigenen Support-Forum nachgelesen werden. Und doch: so ganz belanglos sind die bislang „geheimen“ Unterlagen natürlich nicht, denn sie zeigen die Arbeitsweise des Suchgiganten recht gut auf.

Google ist bestrebt „gute“ Seiten ganz vorne in den Suchergebnissen zu haben um seinen „Kunden“, also uns alle, die wir auf der Suchmaschine schnell gute Treffer haben wollen, gut zu bedienen. So weit so schwammig. Was bedeutet schon „gut“? Letztlich kommt es immer auf die Intention der Suchabfrage an. Wer „Rezepte“ eingibt kann genausogut Kochrezepte suchen wie Informationen zu verschreibungspflichtige Medikamente. Okay, das war jetzt kein berauschendes Beispiel, aber Ihr wisst, was gemeint ist ;o)

Richtlinien für Google Quality Rater

Bedeutet: Google will verstehen, wie gesucht wird damit es verstehen kann was eigentlich gesucht wird – Stichwort: semantische Suche. Erst wenn die Suchmaschine die Anfrage richtig interpretieren kann, kann es die „richtigen“ Ergebnisse ausspucken. Das wissen Suchmaschinenoptimierer aber auch und so beginnt ein Katz- und Maus Spiel mit viel tarnen und täuschen. Schließlich zählen für Webseten nur vordere Plazierungen um tatsächlich Besucher auf die eigene Seite zu bekommen.

Google versucht dabei Spreu vom Weizen zu trennen und Tricks auf die Schliche zu kommen. Die Aufgabe der menschlichen Tester ist es Webseiten zu prüfen und Empfehlungen für die Suchmaschine abzugeben, denn auf die ausschließlich technische Auswertung ist kein Verlass. Der Quality Rater sucht die Seite auf und macht eine Sichtkontrolle. Nach den Kriterien der Vorgabe wird dann eine Beurteilung abgegeben, die Website bekommt einen ‚Stempel‘ (eng. flag) aufgedrückt. Maschinen können eben (noch) nicht kognitive Prozesse „verstehen“. Die Guidelines geben den Testern die Richtlinien für deren Urteil vor. Und diese Urteile haben dann natürlich bei Google Gewicht. Wer dieses Schema kennt, kann seine Website dann auch für Quality Rater optimieren.

Die Google Bewertungs-Skala

Die fünfteilige Raing-Skala wird in ‚vital‘, ‚useful‘, ‚relevant‘, ’slightly relevant‘, ‚useless/off-topic‘ oder ’not ratable‘ eingeteilt. Ersteres gilt als sehr wichtig, letzteres als komplett deplatziert. Zu vermuten ist, dass eine weit unten kategorisierte Website fortan nicht mehr gut rankt.

Dazu gibt es auch noch die Kennzeichen ‚Not Spam‘, ‚Maybe Spam‘ und ‚Spam‘ für die Bewertung des Spamverdachts, ‚Porn‘ für gefundene erotische Inhalte, and ‚Malicious‘, wenn der Virenschutz anschlägt und Malware vermutet. Natürlich wird auch die Sprache und der Ort der Webseite identifiziert und kontrolliert ob alles richtig im Googlesystem zugeordnet wurde.

Der interessanteste Aspekt ist aber, wie eng es Google mit Spam und Affiliates sieht. Sobald Google nämlich die Absicht, Geld zu verdienen, auf einer Website erkennt, wird die Anweisung erteilt sehr genau hinzusehen. Affiliate-Programme als negativer Einfluss im Ranking wird also einmal mehr zum Thema. Und auch der Bereich „Linkhandel“, vor allem in Form von speziell zum Zwecke der Linksetzung verfasster Content wird erwähnt. Dieser sei nicht grundsätzlich als Spam zu bewerten wenn es sich dabei um einzigartigen Content handelt, durch den geringen Mehrwert und den niedrigen Informationsgehalt sollen derartige „superficially relevant“ und „shallow“ pages allerdings als wenig hilfreich (slightly relevant) eingestuft werden.

Details der Google-Richtlinien werde ich im Laufe der nächsten Wochen vorstellen. Wer bereits jetzt Genaueres wissen will, der findet den Link zum nun freigegebenen Original-Dokument in den nachfolgenden Linktipps. Und Josef Willkommer, Geschäftsführer der TechDivision GmbH hat die fünf Rankingkategorien schön erklärt, auch diesen Link haben wir in unseren Linktipps für Euch bereit gestellt.

Linktipp:

– Hummingbird: Googles neuer Suchalgorithmus
– Google Guidelines für Bewerter (PDF)
– Google Quality Ratern „über die Schulter geblickt“

Gründer des österreichischen Gesundheitsportals gesund.co.at mit 15 Jahren Erfahrung im Online-Publishing. Die Leidenschaft zu suchmaschinengerechter Websitegestaltung und effektive SEO für Redakteure, Autoren und PR-Agenturen treibt ihn an. Der Umstand, dass der Tag nur 24 Stunden hat bremst ihn ein. Kann sein Wissen daher nur wesentlich seltener weitergeben als es die Nachfrage eigentlich verlangt.

Veröffentlicht unter Suchmaschinenoptimierung (SEO)